Das GNM besitzt rund 400 Fragmente mittelalterlicher Handschriften und hat damit eine der bedeutendsten Sammlungen im deutschen Sprachraum. Es handelt sich um ganze Seiten oder ausgeschnittene, kunstvolle Initialen aus dem 9. bis 15. Jahrhundert, verwendet in liturgischen Büchern wie Gradualen, Antiphonarien, Missalien sowie in Bibeln und Heiligenlegenden. Sie eröffnen einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt mittelalterlicher Buchkunst.
Nach der Revolution von 1789 in Frankreich wurden zahlreiche mittelalterliche Kodizes
zerlegt, ein Akt von kulturellem „Vandalismus“. Zwar wurden die Blätter aus ihrem Zusammenhang gerissen, doch zeigen sie weiterhin ihre regionale und thematische Vielfalt. Durch Forschungsarbeiten der letzten Jahre konnten ursprüngliche Zusammenhänge teilweise rekonstruiert werden. Die intensive Farbigkeit, präzise Naturbeobachtung und fantasievollen Verzierungen verleihen den Blättern besondere Lebendigkeit. Obwohl viele bereits 1903 veröffentlicht wurden, fehlte bisher eine umfassende Präsentation.
Bitte beachten: Um die empfindlichen Originale zu schützen, werden sie Anfang November 2026 durch andere Exemplare ersetzt.
