PER-SONAT: Sabine Lutzenberger
Notre-Dame ist in Frankreich ein nationales Monument, das Wahrzeichen von Paris – nach dem Brand von 2019 erstrahlt es inzwischen wieder in neuem Glanz. Um 1200 allerdings war die markante Kathedrale noch eine Baustelle. Lediglich der Chorraumstand schon, das Kirchenschiff war zu erahnen, von den Türmen noch nichts zu sehen. Sabine Lutzenberger und ihr Ensemble PER-SONAT nehmen uns mit in die mystische Klangwelt dieser Zeit. Es herrschte damals wuseliges Treiben, nicht nur die Arbeiter bevölkerten das Bauwerk, es fanden im Chorraum auch täglich Gottesdienste statt. Kantoren und Scholaren sangen die gregorianischen Choräle – und um die einstimmigen Gesänge zum Lobpreis Gottes noch auszuschmücken, fügten sie aus dem Stegreif weitere vokale und instrumentale Stimmen hinzu. Mit der wachsenden Monumentalität der Kathedralen wuchs auch die Komplexität des mehrstimmigen Gesangs, Magister wie Leonin und Perotin erschufen bis zu vierstimmige Klang-Kathedralen. PER-SONAT zeichnet diesen Weg von der Improvisation zur Komposition nach, der eng verschränkt ist mit den Ideen und Visionen einer zum Himmel strebenden Epoche.
