Das Kolosseum in Rom und die Gärten von Versailles. Der schakalgesichtige Gott Anubis und Lochners „Madonna im Rosenhag“. Mǎ Yuǎns „Landschaft im Mondlicht“ und Käthe Kollwitz’ „Not“. – Im Jahr 1950 publizierte Ernst H. Gombrich (1909–2001) im Londoner Exil seine „Geschichte der Kunst“. Von der kanonischen Wirkung dieses seither wieder und wieder aufgelegten Werks zeugt noch die späte produktive Rezeption durch den Kabarettisten, Schauspieler und Schriftsteller Matthias Egersdörfer (geb. 1969): „Ich musste mich einmal auf zwei Prüfungen zur Kunstgeschichte vorbereiten. Grundlage dafür war das Buch ‚Die Geschichte der Kunst‘ von E. H. Gombrich. Deshalb zeichnete ich nahezu alle Abbildungen in Postkartengröße ab und schrieb jeweils Künstler und Titel auf die Rückseite. Ich wollte die Bilder wie die Vokabeln einer Fremdsprache ‚lernen‘.“ Entstanden ist dabei eine Kartei mit mehr als 400 Zeichnungen der bei Gombrich gezeigten Kunstwerke. Diese bilden den Ausgangspunkt eines persönlichen Gesprächs über Kunst und Lernen, Zettelkästen und Kreativität, Kanonbildung und Grenzüberschreitung.
Matthias Egersdörfer studierte an der Akademie in Nürnberg freie Malerei. Bei starfruit publications erschien 2025 der Band „langsam“.
Begrüßung und Moderation: PD Dr. Susanna Brogi
